Schlußbemerkung
14.5.2008 von Conrad.
Nachdem ich diesen Reisebericht nochmal von hinten bis vorne durchgesehen habe, sind mir einige Fehler aufgefallen. Schreibfehler, Kommafehler (darin bin ich groß!) und stilistische Fehler. Ich habe überlegt, ob ich sie verbessern soll, hab mich aber dann dagegen entschieden. So wie es ist, so bleibts. Viele der Beiträge sind unter Zeitdruck entstanden (”was, hockst du immer noch am Blog, auf jetzt, wir wollen los”) und teilweise auch mit einem Computer mit amerikanischer Tastatur (mist, wo ist denn hier das ö) und ich stehe zu meinen Fehlern, schließlich hab ich ja nur wenige
Für diejenigen, die das Blog nicht von Anfang an verfolgt haben und/oder sich mit der Navigation in Blogs nicht so auskennen: Das neueste steht immer oben. Man sollte also ganz unten anfangen, sonst machen manche Bemerkungen keinen Sinn oder sind zumindest schwer verständlich.
Für Fremde, die uns nicht kennen: Mein Bruder Ulrich arbeitet für die deutsche Entwicklungshilfe-Organisation GTZ. Er und seine Frau Véronique sind zur Zeit in Vientiane stationiert. Meine Freundin Brigitte und ich haben ihn besucht und ich habe in diesem Blog unsere Erlebnisse auf dieser Reise festgehalten. Dies tat ich z.T. für unsere Verwandten und Freunde, zum größeren Teil aber (jawohl!) für mich selbst, denn bei der Fülle der Erlebnisse geht sonst doch einiges verloren.
Conrad Hoesle
am 14.05.2008 in Stuttgart
Nachtrag
29.05.2008: Nachdem ich einen freundlichen Brief an die Kundenbetreuung von Emirates geschrieben hatte bekam ich heute von dort die Antwort, dass sie mir die versprochenen 800$ auf mein Konto überweisen würden. Da kann ich nur sagen: Klasse, Emirates, wir werden euch bei künftigen Flügen in die engere Wahl nehmen!
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Sawadiiiiiiiii
14.5.2008 von Conrad.
Die Reise ist zu Ende, wir sind wieder in Stuttgart und müssen uns von den Strapazen des Heimflugs erholen. Die Fahrt mit dem Taxi zum Flughafen dauerte eine Stunde, denn unterwegs fing es derart an zu regnen, dass der Taxifahrer zeitweise nur noch Schritt fahren konnte. Der Flug von Bangkok nach Dubai ging mit einer Stunde Verspätung los, weil jemand im Flugzeug einen Herzanfall bekam, grade als die Türen geschlossen werden sollten.
Ansonsten war es ein ereignisloser Flug, wir waren morgens um 5h (Ortszeit) in Dubai, hingen 3 Stunden in der Business-Lounge von Emirates herum und gingen dann pünktlich um 8h in den Flieger nach Frankfurt. Leider startete der aber auch mit einer Stunde Verspätung, weil 6 Rollstuhlfahrer mitflogen und die “Verladung” dieser mittels eines Spezialfahrzeugs sehr lang dauerte. Auch dieser Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse, die wir aber vermutlich sowieso nicht bemerkt hätten, so benommen vor Schlafmangel wie wir waren.
In Frankfurt versuchte ich am Emirates-Schalter endlich die versprochenen 800$ zu kassieren, aber auch hier hatte ich keinen Erfolg. Das bewog mich zu dem Entschluss, mich nie wieder “downgraden” zu lassen, es sei denn, die versprochene Belohnung wird mir bar auf die Kralle geblättert.
In Frankfurt gab es dann aber noch ein Highlight der Extraklasse: wir mussten mit unseren 4 Gepäckstücken, die zusammen 60 kg wogen, plus Handgepäck zum Zug. Was sich die Verantwortlichen dabei gedacht hatten, als sie den Hindernisparcours entwarfen, würde ich gerne mal wissen. Es ist auf jeden Fall ein gutes Training für den Ironman. Es geht über 6 Rolltreppen, mal rauf, mal runter und dazwischen kilometerlange Gänge, teilweise mit Laufbändern, die aber mit Gepäckkarren nicht benutzt werden können. Das tollste ist die Verbindungsbahn zwischen den Terminals. Auch diese Bahn darf mit Gepäckkarren nicht benutzt werden. Die Bahn hat zwei Waggons, aber es gibt nur Zugang zu einem davon. Da drängten sich dann 20 oder 30 Reisende, jeweils mit mehreren Koffern hinein. Gaaanz toll!
Wir schafften trotz der Verspätung unseren Zug und waren pünktlich um 16h in Stuttgart. Allerdings nur körperlich, mit dem Kopf sind wir noch nicht ganz wieder hier angekommen. Heute früh um 5h wachte ich auf und war einen Moment lang ganz verwirrt, als ich die ungewohnte Schuko-Steckdose sah, die am Kopfende meines Bettes ist
Es war die längste und erlebnisreichste Reise meines Lebens. Wir haben unheimlich viele Eindrücke von einer für uns Westler sehr fremden Welt erleben dürfen und werden wohl noch lange brauchen, bis die alle verarbeitet sind.
An dieser Stelle nochmals Danke an meinen Bruder Ulrich und besonderen Dank an seine Frau Véronique, die sich viel Mühe damit gemacht hat, für uns alles vorzuplanen, Hotels und Flüge zu reservieren und sich vor allem Gedanken darüber gemacht hat, welche Orte für uns sehenswert sein könnten. Es hat alles perfekt geklappt. Khoptschai Lai Lai (und, speziell für Véro: lai lai lai lai lai lai lai, lai lai lai lai lai, im Café Oriental…)
Wir kommen wieder!
(das war jetzt eine Drohung…)
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Moloch Bangkok
12.5.2008 von Conrad.
Bis zum Abflug ist noch Zeit, also kann ich noch von hier aus berichten.
Die Maschine der Thai Airlines startete pünktlich um 14:00h und war pünktlich um 15:15h in Bangkok. Die Fahrt ins Zentrum zu unserem Hotel, dem Windsor Suites im Stadtteil Sukhumvit, dauerte eine 3/4 Stunde, den grössten Teil davon auf einer 4-spurigen Stadtautobahn mit Tempo 130, denn Bangkok ist ein Moloch und keine Stadt. Im Führer steht, dass Bangkok 6 Mio Einwohner hat, aber genau weiß das keiner. Wir denken, dass es mehr sind. Warum ich die Stadt einen Moloch nenne, sieht man an den Bildern weiter unten. Ein Häusermeer, so weit das Auge reicht. Und ein ständiges Verkehrschaos. Mein noch nicht ganz ausgeheilter Schnupfen hat sich hier in einen nicht enden wollenden Husten verwandelt, der von dem ätzenden Smog kommt, der ständig über der Stadt liegt. Selbst in der gekühlten und gefilterten Luft des Hotels wird er nicht besser.
Auszug aus Wikipedia:
Der offizielle Name der Stadt Bangkok in Thai lautet Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit . Es ist die alte Thai-Bezeichnung der Hauptstadt Bangkok und mit 168 lateinischen Buchstaben der längste Ortsname der Welt.
Unser Hotel überraschte uns mit einer 15 m hohen Eingangshalle in der echte Spatzen in künstlichen Bäumen herumflatterten. Nochmal wurden wir überrascht, als wir ein Zimmer mit der Nummer 2712 bekamen. Die ersten 2 Ziffern bezeichen das Stockwerk. Das Hotel hat 33 Stockwerke. Und das Fenster in unserem Zimmer geht fast bis zum Boden. Für Leute mit Höhenangst is das nix, aber uns gefällts.
Nach dem Einchecken gab es gleich den ersten Programmpunkt. Ein Kollege hatte Ulrich einen Tip gegeben. Wir sollten im Banyan-Tree-Haus in das Restaurant Vertigo gehen. Also fuhren wir mit der Metro zur nächstgelegenen Station. Dabei gab es wieder eine Überraschung: wenn man in die Metro will, muss man durch einen Sicherheitscheck, bei dem ein Uniformierter den Inhalt von Taschen inspiziert. Die Metro ist derartig eisgekühlt, dass einem fast die Hand am Haltegriff festfriert. Angekommen, kämpften wir uns durch den chaotischen Straßenverkehr, der alles, was ich bisher gesehen habe um Einiges übersteigt, bis zum Banyan-Tree durch. Hm, dachte ich, ist aber ganz schön hoch, das Haus. Drinnen fuhren wir mit dem Aufzug in den 59. Stock! Und dann mußten wir noch 2 Stockwerke zu Fuß weiterkraxeln und - waren ganz oben auf dem Dach unter freiem Himmel. Es ist schon ein irres Gefühl, ganz oben auf einem Hochhaus an einer Bar zu stehen, mit nichts, als dem Himmel darüber. Unter uns flog ein Hubschrauber vorbei! Ein Höhepunkt unseres Bangkok-Aufenthaltes im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Vertigo ist in 200 m Höhe…
Am Samstag wollte Ulrich sich eine Hose schneidern lassen. Ja, am Samstag. Daß Samstag war, konnte man aber nur merken, wenn man auf den Kalender sah, in den Straßen war alles ganz normal, also verstopft. Ein sehr hilfsbereiter Mensch sprach uns an, als wir etwas ratlos vor einem geschlossenen Schneiderladen standen (der Schneider hatte auf den Kalender gesehen) und besorgte uns 2 Tuk-Tuk, die uns zu einem sehr guten Schneiderladen bringen würden, für nur 40 Baht (50 Baht=1 EUR). Der hilfsbereite Mensch bekommt vermutlich nicht nur von den Tuk-Tuk-Fahrern, sondern auch vom Schneider Prozente.
Wir ließen uns auf das Abenteuer ein. Ein Abenteuer ist es nämlich immer, wenn man in Bangkok ein Taxi oder ein Tuk-Tuk nimmt, das nicht vom Hotelportier angefordert wurde. Diese Typen behaupten alles mögliche, warum man nicht zum gewünschten Ziel fahren kann (ist heute geschlossen, aber ich kenne anderes Laden, sehrrr gutt Sir, Yes!) und man landet dann wer weiß wo, nur nicht dort, wo man hin möchte. Und teurer als vorher ausgemacht wird es auch. Aber hier war ja sowieso der nette Herr im Spiel und wir kamen zu einem guten Geschäft in der Altstadt (seehr exotisch, vor allem die Tuk-Tuk Fahrt). Während Véro und Ulrich Stoffe aussuchten und über den Preis verhandelten, bearbeitete ein anderer Verkäufer Brigitte und mich, aber wir blieben hart. Ulrich wollte eigentlich nur eine Hose, nahm aber schließlich 3, für insgesamt 140 EUR. Die Hosen würden abends im Hotel angeliefert. Zu unserer Überraschung klappte das auch und die Hosen saßen gut und waren gut verarbeitet.
Danach ging es, wieder mit dem Tuk-Tuk, zum Jim Thompson-Museum. Das war ein Amerikaner, der sich vor ca. 60 Jahren in Bangkok niederließ, die Seidenindustrie wieder in Gang brachte und viele wertvolle alte Dinge sammelte, die sonst verloren gegangen wären. Der Ort ist eine Oase der Ruhe im sonst herrschenen Gewühl und liegt an einem der zahlreichen Klongs, einem Kanal. Daher war ich ziemlich überrascht, als ich vom Klong her das Geräusch einer Diesellok in voller Fahrt hörte! Aber es war keine Diesellok, sondern ein Verkehrsboot, das da duch den Kanal bretterte (siehe Bild).
Am Sonntag fuhren wir mit dem Skytrain (einer Hochbahn) zu einem Wochenendmarkt, der sich als Reinfall erwies. Erstens fing es an zu regnen und zweitens war der Markt so voll mit Menschen und das Angebot so grauenhaft scheußlich, daß wir sofort wieder die Flucht ergriffen und mit dem Skytrain ins Zentrum zum größten Einkaufszentrum Bangkoks, der Siam-Mall, fuhren. Seltsamerweise muß man übrigens beim Skytrain keine Sicherheitskontrolle passieren. Es regnete so dolle, dass wir an einer Straßenkreuzung beim überqueren der Straße einen Umweg machen mussten, weil dort das Wasser knöcheltief stand.
Im Einkaufszentrum wurden wir erschlagen vom Angebot sämtlicher Weltfirmen. Armani, Boss, Chanel, Hermes sowieso, aber wenn man wollte, konnte man auch einen BMW, Porsche oder Ferrari kaufen. Im 4. Stock! Wir ließen uns nicht hinreißen, natürlich nur, weil der Ferrari das Lenkrad auf der falschen Seite hatte (in Thailand herrscht Linksverkehr).
Heute (Montag) regnete es wieder. Bangkok bei Regen ist absolut kein Genuss, auch wenn die Temperatur trotz allem bei 33°C liegt. Zieht man keine Regenkleidung an, wird man vom Regen nass, zieht man welche an, wird man vom Schweiß nass. Nass wird man also immer. Wir wollten den Königspalast besuchen und fuhren mit der Metro in die Nähe einer Schiffsanlegestelle am Chao Phraya, dem Fluss, an dem Bangkok liegt. Die Verkehrsboote sind ein Highlight Bangkoks und wir wollten auch mit diesem Verkehrsmittel mal gefahren sein. Den Weg von der Metro zur Anlegestelle legten wir zu Fuß zurück, da wir uns mit den Tuk-Tuk-Fahrern nicht einig werden konnten. Dabei kamen wir durch Gäßchen, die wohl noch selten einen Touristen gesehen hatten. Es war ziemlich exotisch…
Die Fahrt mit dem Verkehrsboot war auch wieder ein kleines Abenteuer. Ich wüßte gerne, wieviele PS diese Schiffsmotoren haben. Klingen tut es nach ziemlich, wenn nicht noch mehr. Der Königspalast ist ein recht großes Areal, auf dem hauptsächlich Vats herumstehen. Sehr prächtige Vats, versteht sich, sozusagen Mega-Vats, schließlich kann sich der König ja nicht lumpen lassen. Wieviele Tonnen Gold da verarbeitet wurden weiß vermutlich nicht mal der Finanzminister. Mir war die Pracht schnell zuviel, den anderen ging es ähnlich. Und zuviele Touristen gab es auch. Ganz zum Schluss kamen wir noch an einem weniger prächtigen Vat vorbei, das war aber kein Vat, sondern der Palast.
Wir fuhren dann mit dem Schiff wieder flussabwärts, zum berühmtesten Hotel Bangkoks, dem Oriental. Dort gingen wir ins Cafe und ließen es uns nochmal gut gehen, denn die heutige Nacht wird grauslig: Abflug um 1:25h, Pause in Dubai von 4:30 bis 8:25h, Ankunft in Frankfurt 13:15h und dann noch mit dem Zug nach Stuttgart, und obendrein die Zeitverschiebung von 5 Stunden, ohje ohjemineh…
Gelernt haben wir auch wieder was. Guten Tag heißt Sawadikah, wobei der Anfang ganz schnell gesprochen wird, so daß es wie Sadi klingt und das kah wird in die Länge gezogen, also Sadikaaaaaaah. Und Danke ist zweigeteilt, die Männer sagen Khop Kun Khrap, während die Frauen Khop Kun Kraaaaaah sagen.
Ach noch eine Frage an alle: wenn die Währungseinheit Thailands Baht heißt, müßten dann mehrere Baht nicht eigentlich Bähter sein? Und in Laos müßten mehrere Kip eigentlich Kippen heißen. Und was ist mit Dong? Ding Dong?
Und ich sage jetzt Khoptschai Lai Lai, Cam Ahn Niao und Khop Kun Khrap für eure lebhafte Teilnahme an unseren Abenteuern und melde mich noch einmal aus Stuttgart, wenn ich den Heimfluch verdaut habe.
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Letzte Meldung aus Laos
9.5.2008 von Conrad.
Es ist Freitag, der 9. April 2008, 10:00h, die Sonne scheint über Vientiane (das übrigens hier Vin Tschin ausgesprochen wird) bei einer Temperatur von 30,0°C, im Garten mäht der Gärtner das Gras und macht dabei fast so viel Lärm wie die Zikaden. Und ich sitze auf meiner geliebten Veranda, auf der ich fast die gesamte Zeit, die wir hier in Vientiane waren, verbracht habe.
Gestern waren wir, d.h. die Damen und ich (Ulrich musste arbeiten) bei der Massage. Die Damen gönnten sich eine Ganzkörper-Ölmassage. So weit wollte ich nicht gehen, ich bestellte eine Kopf-Schulter-Massage für 35.000 KIP. Ich wurde in einen kleinen Raum geführt, auf dem Boden eine mit weißem Leintuch überzogene Matratze. Dann verließ die kleine Laotin, die mir grade mal bis an die Brustwarzen reichte und kein Wort Englisch sprach, den Raum und ich durfte raten, was nun wäre. Nun ja, zumindest das Hemd werde ich wohl ausziehen müssen, dachte ich. Aber was ist mit der Hose, muss die auch runter, oder betrachtet das Mädchen dies dann als unsittliche Aufforderung? Ich entschloß mich schließlich, die Hose auch auszuziehen, immerhin hatte ich eine saubere(!) und züchtig geschnittene Unterhose an. Wie sich herausstellte, war das richtig.
Die zierliche Person kam wieder herein, kniete sich hinter die Matratze und bedeutete mir, ich solle meinen Kopf auf ein Kissen in ihrem Schoß legen. Und dann gings los. Also, von dieser Dame möchte ich keine Ohrfeige kriegen! Wenn ich gewußt hätte, dass sie mir sogar in die Ohren langt, hätte ich diese morgens beim Duschen noch etwas gründlicher drangenommen. Mein Kopf wurde ca. 5-6 mal um 360° gedreht, gezogen, gedrückt, geschraubt und geklopft. Hinterher hatte ich das Gefühl dass, wenn ich jetzt ein bißchen nicke, er vollends runterfällt. Bei dieser “Massage” benutzte sie eine Salbe, die mich an Pinimenthol erinnert. Allerdings die laotische Variante in der noch Chili enthalten ist, denn es hat wie Feuer gebrannt.
Dann musste ich mich auf den Bauch legen und meine Rückenpartie wurde bearbeitet. Sie lief nicht gerade auf mir rum, aber es hat nicht viel daran gefehlt. Dabei lernte ich, dass bei den Laoten (zumindest bei den laotischen Masseurinnen) die Schultern bis an die A…backen reichen! Das Ganze dauerte eine halbe Stunde und als ich wieder draußen war brauchte ich ganz dringend eine Zigarette.
Danach gingen wir in die Banetton-Bakery, tranken einen Cafe und aßen ein Croissant. Die Banetton-Bakery ist die Konkurrenz zur JoMa Bakery, der Kaffee ist dort noch besser und die Croissants so gut wie in Paris. Spontan beschlossen wir, morgen vor dem Abflug nach Bangkok dort zu frühstücken. Das Frühstück mit allen Schikanen (Kaffee, Eier mit Speck, Croissants, Brötchen, Marmelade usw.) kostet 46.000 KIP (14.000 KIP=1 EUR).
Ja, die Reise geht leider dem Ende zu. Hier in Vientiane könnte ich es, auch ohne Ausflüge in andere, exotische Ecken, noch lange aushalten. Einfach hier auf der Veranda sitzen, dem Gras beim wachsen zusehen, die Schmetterlinge beobachten und ab und zu eine rauchen und ein Beerlao trinken, das mir die Mae Ban, das Hausmädchen, bringt. Sie freut sich immer, wenn ich Khoptschai Lai Lai zu ihr sage.
Apropos Schmetterlinge: hier gibt es Schmetterlinge, so was hat man noch nicht gesehen. Fast so groß wie meine Hand und in den ungewöhnlichsten Farben. Ich habe einen gesehen, der war kohlschwarz und hatte einen leuchtend orangen Rand. Und es gibt Vögel. Abgesehen von denen, die ich nicht kenne, also die meisten, gibt es ganz normale Spatzen, die genau so aussehen wie zu hause. Sehr exotisch. Und dann gibt es die Zikaden oder wie immer diese Bande sich nennt. Man sieht sie nicht, aber man hört sie. Im einen Moment ist es noch ganz still. Im nächsten Moment klingt es, als ob eine Bandsäge anlaufen würde. Zing-zing-zing-zing immer schneller und lauter. Wenn sie so richtig im Schwung sind und in der Nähe, muss man lauter sprechen um sich unterhalten zu können. Und dann gibt wohl der Boss der Bande ein Zeichen, und es ist schlagartig still. Als ob ein Schalter ausgeknipst würde. Auch sehr exotisch. Ansonsten gibt es kaum Krabbeltiere, denn die landen vermutlich alle im Kochtopf.
Nun müssen wir die Koffer packen, denn morgen in aller Herrgottsfrühe (also um 13:50h) geht der Flieger nach Bangkok und vorher wollen wir ja noch bei Banetton frühstücken. Ich hoffe, ich bin dem Streß gewachsen. Vermutlich wird es keinen Bericht aus Bangkok geben denn selbst wenn ich einen Internet-Zugang finde, werde ich kaum Zeit zum Schreiben haben. Also, haltet nicht den Atem an…
Übrigens, um die Frage von Doris und Fidel zu beantworten: von dem entzetzlichen Zyklon in Myanmar haben wir nur duch die Nachrichten erfahren, hier war alles friedlich. Und selbst wenn der Sturm hierher gekommen wäre, wäre es sicher nicht zu einem solchen Unglück gekommen, denn in Laos geht alles viel langsamer vor sich als anderswo ![]()
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Die Halong-Bay
6.5.2008 von Conrad.
Die Ha Long Bay ist eine große Bucht, 160 km von Hanoi entfernt. Sie umfasst ein Gebiet von ca. 1.500 Quadratkilometer auf dem es rund 1.900 Inseln gibt. Geologisch ist es ein Karst-Gebiet wie die Schwäbische Alb und es gibt auch unzählige Höhlen auf oder besser in diesen Inseln. Der vietnamesischen Sage nach sind sie so entstanden: Feinde haben das dort an der Bucht lebende Volk angegriffen und die Drachen wollten den Vietnamesen helfen, kamen vom Himmel herab und warfen die großen Felsbrocken auf die Schiffe der Angreifer. Nachdem der Kampf vorbei war, sahen die Drachen, was sie da erschaffen hatten. Und weil das so schön war, wollten sie garnicht mehr in den Himmel zurück. “Long” heißt Drache und “Ha” ist die Erde, Ha Long ist also der Ort, wo die Drachen auf die Erde kamen. Drachen sind in Viet Nam (wie auch in China) keine bösen, sondern glücksbringende Tiere. Die Ha Long Bay gehört heute zum UNESCO Welt-Naturerbe.
Aber noch sind wir nicht dort. Véro hatte für uns eine Privat-Tour gebucht und wir wurden von einem Kleinbus mit Fahrer und Führer am Hotel abgeholt. Zuerst mussten wir uns durch das Verkehrsgewühl von Hanoi durchwursteln. Und da sah ich ein Moped. Ihr werdet es nicht glauben, denn ich glaubte es auch nicht. Es hatte eine komplette Kuh hinten quer auf dem Gepäckträger. Zuerst dachte ich: “der hat aber einen großen Sack auf seinem Moped”. Dann sah ich zusammengebundene Beine und einen an den Körper zurückgeschnallten Kopf - es war tatsächlich eine Kuh. Der Führer, den ich darauf ansprach, sagte nur, dass er das hier in Hanoi nicht erwartet hatte. Weiter im Land drinnen sei das ein alltäglicher Anblick! Inzwischen glaube ich, dass es, außer Schiffsmotoren oder ganzen Häusern fast nichts gibt, das in Vietnam nicht mit dem Moped transportiert wird… Natürlich hatte ich den Foto nicht parat und später hab ich zwar alles mögliche hinten auf Mopeds gesehen, aber keine Kuh mehr
Hier ein paar Fotos von der Fahrt:
Ja, und dann war die Busfahrt ohne weitere Moped-Grotesken zu Ende, wir kamen in Ha Long City an und wurden mit einem Motorboot zu unserer Privat-Dschunke übergesetzt. Der Dschunken-Hafen von Ha Long wimmelt so von Dschunken, wie die Straßen von Ha Noi von Mopeds. Es ist eine riesige Touristen-Industrie. Normalerweise geht man mit einer Gruppe an Bord eines der größeren Schiffe. Es gibt Schiffe für Tagesausflüge und Schiffe für mehrtägige Törns. Die großen Dschunken haben bis zu 20 Doppelkabinen. Wir hatten eine kleine Dschunke mit nur 2 Kabinen. An Bord waren 4 Mann Besatzung: der Kapitän, ein Matrose, ein Koch und ein Steward. Unser Tour-Guide kam auch mit und versorgte uns gelegentlich mit Informationen über die Sehenswürdigkeiten. Wir haben die Fahrt trotzdem genossen.
Mit der Halong Bay ist es wie mit der Altstadt von Hanoi, man braucht den Fotoapparat nur irgendwohin zu richten und hat bestimmt ein tolles Bild drauf. Das dumme an der Sache ist, man weiß irgendwann nicht mehr, ob man das jetzt schon gesehen und geknipst hat, oder ob das jetzt schon wieder ein neue Ecke ist, die eigentlich noch schöner als die grade vorhin ist.
Gegen 14 Uhr, als wir grade mitten im Staunen waren, rief uns der Steward zum Mittagessen. Wir gingen nur ungern unter Deck, staunten dann aber wieder, denn es gab ein Menu mit 5 Gängen, mit Weiß- oder Rotwein, Bier, Saft, Wasser, kurz, was das Herz begehrt. Und draußen zog diese unglaubliche Wasser-Landschaft vorbei! Heidenei, das Conrädle auf einer Dschunke in der Ha Long Bay, die man sonst nur von Kalenderbildern und aus dem Fernsehen kennt, exotischer gehts nimmer! Kaum zu glauben. Nur das Wetter war nicht so wahnsinnig toll, ziemlich bewölkt mit kurzen Schauern, aber warm.
Wir besichtigten eine große Höhle auf einer der Inseln. Sie hat recht beeindruckende Hallen, ist aber ganz anders als die Höhlen der Schwäbischen Alb, es gibt hier nur vereinzelt Stalagmiten und Stalaktiten, es sind mehr große Hohlräume und manchmal gibt es kleine Seen vom Regenwasser, das durch Spalten in der Decke tropft. Auf der Anfahrt zur Höhlen-Insel kamen wir an einem schwimmenden Fischerdorf vorbei. Diese Fischer leben dort ihr ganzes Leben, entweder in dem schwimmenden Dorf, oder auf ihren Booten. Sie gehen nur selten an Land und ihre Kinder gehen nicht zur Schule und lernen Schwimmen, bevor sie gehen können.
Es wurde so langsam Abend und wir steuerten eine Bucht an, in der wir die Nacht verbringen würden. Wir, und ca. 50 andere Dschunken. Das allein wäre ja kein Problem gewesen, wenn nicht jede Dschunke einen Stromgenerator für das Licht, die Pumpen und die Klimaanlagen hätte. Manche dieser Motoren stammten noch aus der Lehrzeit Rudolf Diesels und machten ein ziemlich penetrantes Pött-Pött-Pött - die ganze Nacht lang…
Das Schiff lag also vor Anker und wir in den Liegestühlen an Oberdeck. Wir schauten den anderen Dschunken beim Ankerwerfen zu und der Sonne beim Untergehen. Und das in dieser phantastischen Landschaft, das ist eigentlich mehr, als man sich ausmalen kann. Von den anderen Dschunken sprangen hier und da angeheiterte Touristen vom Oberdeck aus unter großem Gejohle und Gelächter ins Wasser und bei uns sprangen der Koch und der Steward im Salon herum und bereiteten das Abendessen vor. Es gab wieder ein mehrgängiges Menu mit lauter Köstlichkeiten. Die Gänge konnte ich garnicht zählen, meine Gläser Wein auch nicht. Lange, nach dem wir schon rundum satt waren, kam immer noch mal was. Zum Schluss noch eine Schüssel Reis. Ich glaube, von der hat dann wirklich keiner mehr was gegessen.
Nach einer recht und schlecht durchwachten Nacht (pött-pött-pött, schaukel, glucker, brumm) ging es dann wieder Richtung Hafen, dann in den Kleinbus (der recht spät kam) und zurück nach Ha Noi. Abends aßen wir dann seeeehr gepflegt in der grünen Mandarine (Green Tangerine, ihr erinnert euch), die unter französischer Leitung eine europäische Speisekarte bietet und schliefen noch mal im King Ly Hotel. Es hat seinen Namen von der Straße, in der es liegt, der Ly Tai Tho.
Ach ja, noch eine interessante Information: der ganze Ausflug von Hanoi nach Halong und zurück, inklusive Minibus-Fahrt mit Fahrer und Tour-Guide, mit Privatdschunke, Übernachtung auf dem Schiff, Personal, Menus etc. hat gekostet? Na, was schätzt ihr? Schlappe 150,- USD pro Person! Nur die Getränke auf dem Schiff waren nicht mit drin.
Am nächsten Morgen, also gestern, Montag dem 5.5. wachten wir auf, und es regnete wie aus Kübeln. Und es war kalt! Ihr braucht uns einmal jedenfalls nicht zu beneiden, denn es hatte nur 22 Grad. Nun ja, auch das ging vorbei. Das bestellte Taxi kam und hatte noch einen Beifahrer. Wir fragten, was das soll und bekamen zur Antwort, es sei ein Kollege, der auch in diese Richtung müsse. Der “Kollege” kletterte hinten beim Gepäck auf den Notsitz und fing ein munteres Geplapper (auf vietnamesisch) mit dem Fahrer an. Aber gerade, als uns das anfing auf die Nerven zu gehen, wurde es plötzlich hinten ganz still. Und plötzlich ertönten von hinten ganz andere Geräusche: SCHNORCH! nach dem dritten Schnarcher fingen wir an zu kichern. Nach dem fünften fing sogar der Fahrer an zu lachen. Und mit dem Ernst der Gesellschaft war es vollends vorbei, als ich anfing zu singen: In the taxi, the Hanoi taxi, the driver sleeps behind… Véro fing sogar an zu heulen. Besonders als der Typ aufwachte und (offensichtlich) den Fahrer fragte, was los wäre. Der Fahrer konnte vor Lachen kaum antworten. So wurde die Fahrt zum Flughafen noch eine schöne Erinnerung, trotz Regen und Kälte ![]()
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Ein Tag in Hanoi
6.5.2008 von Conrad.
Inzwischen sind wir wieder in unserem ruhigen und beschaulichen Vientiane gelandet und erholen uns von den Strapazen Viet Nams. Der Schnupfen ist überwunden, gottseidank, denn was man hier an Tempos bekommt ist so dünne, dass man sich auch gleich in die Finger schneuzen könnte…
Aber genug davon, jetzt heißt es berichten, bevor der Kopf platzt von all den Erinnerungen. Also, wir schreiben Samstag, den 2. Mai, sind grade aus unserem Hotel entflohen, in dem das - ohnehin recht magere - Frühstücksbüffet von anderen Gästen bereits leergefressen war (wie im Bolle-Lied). Das Hotel liegt sehr praktisch am Rand der Altstadt. In der Nähe ist ein kleiner See, und dort gibt es auf einer Insel einen Tempel. Warum, das ist eine lange Geschichte von einer Schildkröte und einem Schwert, ich hab die recht zweifelhafte englische Übersetzung der Story nicht so recht verstanden. Dort in der Nähe haben wir gefrühstückt, ohne Ulrich, der noch mit seiner Erkältung und den schleier-dünnen Papiertaschentüchern kämpfte und haben uns dann den Tempel angesehen.
Danach sind wir so richtig durch die Altstadt getigert, leider gab’s da auch wieder schöööne Sachen, und die konnte man sogar kaufen! Die beiden Damen haben meine Geduld und ihren Geldbeutel strapaziert. Diesmal waren es keine Webarbeiten, sondern Lackschalen und -Vasen. Die sind zwar auch leicht, aber im Gegensatz zu den ersteren, nehmen die auch noch Platz im Koffer weg. Ein ganz tolles Restaurant, das “Green Tangerine” in einem Innenhof aus der Jugendstil-Zeit haben wir auch gesehen und gleich für Sonntag abend, nach unserer Rückkehr aus Ha Long, einen Tisch reserviert.
Nachdem wir in dem Gewirr aus schmalen Gäßchen, Märkten und verwinkelten Durchgängen wieder in unser Hotel zurückgefunden hatten, stellten wir fest, daß Ulrich noch immer malad war und fragten an der Rezeption, ob es in der Nähe ein gutes Restaurant gäbe, damit der arme, schwache Mann nicht so weit laufen muss. Die Antwort war “Na klar, gleich gegenüber”. Von alleine hätten wir das Lokal nicht zwischen den anderen Geschäften erkannt, direkt daneben war eine Moped-Reparaturwerkstatt wo geschweißt und gehämmert wurde.
Hanoi ist eine verwirrende Mischung aus schönen, alten Häusern, die noch aus der Zeit stammen, als die Franzosen hier das sagen hatten. Zum Teil sind diese fürchterlich heruntergekommen, von Elektro-Installationen bis zur Unkenntlichkeit überwuchert und seit Abzug der Franzosen nie wieder neu verputzt worden. Es gibt auch welche, die liebevoll restauriert sind. Dann gibt es dazwischen wieder häßliche Zweckbauten. Und dann die typisch vietnamesischen Häuser, die alle sehr schmal sind und meistens genau eine Zimmerbreite zur Straße hin aufweisen. Dafür sind sie aber sehr tief und z.T. 5-6 Stockwerke hoch. Das kommt daher, dass früher die Grundsteuer nach der Breite des Hauses berechnet wurde. Wann dieses “früher” war, und ob es heute noch so ist, weiß ich nicht. Jedenfalls hat sich dieser Baustil (der Führer nennt sie “Schlauch-Häuser”) bis heute erhalten. Es sieht schon recht exotisch aus und ich habe aus dem Bus heraus ein paar davon geknipst, damit man sich das vorstellen kann:
Die Restaurant-Empfehlung erwies sich als unverhoffter Glücksfall. Wir kamen in ein typisches vietnamesisches Lokal, sehr schön dekoriert, aufmerksames Personal, das sogar ein recht verständliches Englisch sprach, ganz wundervolles, geschmacklich sehr feines Essen und im Hintergrund sogar ein Trio von drei Musikern, die auf teilweise uns völlig unbekannten Instrumenten vietnamesische Lieder spielten. Nur der junge Mann, der die Rohrflöte spielte, war wohl noch am üben. Wir hätten es vorgezogen, wenn er das zu hause getan hätte. Alles in allem kostete das Essen für 4 Personen mit Vorspeise (Brigitte ließ die aus), Hauptgericht und einer Flasche französischen Weines rund 1,6 Millionen Dong. Das ist schon ein Haufen Scheine, den man da hinblättern müsste, wenn man nicht mit Kreditkarte zahlen will, denn der größte Dong-Schein beläuft sich auf 100.000,- VND. In richtigem Geld waren es aber nur rund 100 USD oder 70 EUR. Das vietnamesische Essen ist völlig anders als das laotische, überhaupt nicht scharf, es ähnelt mehr dem chinesischen Essen. Gegessen wird - natürlich - mit Stäbchen, was Ulrich und Véro perfekt beherrschen. Mit uns hatten sie Mitleid, wir bekamen eine Gabel. Diese verschmähte ich heldenmütig, mit dem Effekt, dass ich der letzte war, der mit dem Essen fertig wurde und das Essen natürlich auch kalt war. Aber geschmeckt hat es mir trotzdem.
Danach besuchten wir das Wasserpuppen-Theater, für das unsere tolle Reiseleiterin Véro schon Karten besorgt hatte. Dieses Wasserpuppen-Theater ist, wenn ich das richtig gelesen habe, das einzige auf der Welt und hat schon in allen größeren Metropolen der Welt Gastspiele gegeben, nur wir hatten noch nie davon gehört. Leider habe ich keine Fotos davon, denn wer nimmt schon den Fotoapparat mit, wenn er ins Theater geht.
Man muss es sich also vorstellen, wenn man das kann, bzw ich es beschreiben kann. Man sitzt in einem richtigen Theater mit aufsteigenden Sitzreihen (die Fluggesellschaften sollten mal einen Vertreter dorthin schicken, da könnten sie sich ein paar Anregungen holen, was den Sitzabstand angeht, ich musste mir einen Knoten in die Beine machen…). Dort, wo sonst die Bühne ist, ist ein prächtig dekoriertes Wasserbecken, das hinten mit einem Vorhang aus Bambuslättchen abgeschlossen ist, der bis zur Wasseroberfläche herabreicht. Seitlich befindet sich ein Orchester, das auf klassischen vietnamesischen Musikinstrumenten spielt. Außer den Trommeln und der Rohrflöte hab ich keines davon gekannt und kann sie auch schlecht beschreiben. Man muss sie gesehen und gehört haben, sonst glaubt man es nicht.
Dieses Orchester spielte ein paar alte vietnamesische Weisen, durchaus schön anzuhören (auch der Typ mit der Rohrflöte) und dann erschien auf einmal mitten im Wasser eine Puppe, die sich bewegte und sprach. Das funktioniert ähnlich wie bei Marionetten. Die Spieler stehen im Wasser hinter dem Vorhang und bewegen die Puppen an langen Stangen unter Wasser, die noch irgendwelche Drähte oder Gestänge haben, damit man den Mund oder die Hände bewegen kann. Manchmal waren 6, 7 oder 8 Puppen gleichzeitig da, die auch vor- oder hinter einander vorbei “gingen”, die Spieler müssen also recht flink und geschickt agieren, mit ihren Stangen. Die Wasserfläche ist recht groß, etwa wie ein kleinerer Swimmingpool.
Verstanden haben wir natürlich nichts, nicht mal die “englischen” Erläuterungen, die es zwischendurch mal gab, aber es war wundervoll anzusehen und seeehr exotisch! Das Ganze ging über 1 1/2 Stunden und zum Schluss hob sich der Vorhang, die Spieler kamen heraus und sammelten den wohlverdienten Beifall ein, bis zum Bauch im Wasser stehend.
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Hexenkessel Ha Noi
2.5.2008 von Conrad.
Gestern flogen wir ohne besondere Vorkommnisse um 14:15h in Vientiane ab und kamen pünktlich um 15:30h in Hanoi an. Hanoi hat die gleiche Zeitzone wie Vientiane, wir brauchten also unsere Uhren nicht umzustellen. Das Flugzeug war eine Turboprop-Maschine vom Typ ATR 72 (für diejenigen, die’s genau wissen wollen) der Air Lao. Wir flogen in 6030m Höhe mit 470 km/h (ich hab eine GPS-Antenne dabei).
So, jetzt aber zu Ha Noi. Der erste Eindruck auf dem Flughafen war: das Wetter ist genau wie in Vientiane, nur noch mehr. Es ist ähnlich warm, aber die Luftfeuchtigkeit ist 750% höher. Mir bricht der Schweiß schon aus, wenn ich schneller atme. Ansonsten ist NICHTS ähnlich oder vergleichbar mit Vientiane.
Nehmen wir nur mal den Straßenverkehr. In Vientiane gibt es unbestreitbar Straßenverkehr, klar. Es fahren Autos herum und viele Mopeds und auch viele Tuk-Tuks. Vermutlich haben die meisten auch eine funktionierende Hupe. Da bin ich aber nicht sicher, denn in Vientiane habe ich bisher nur zweimal jemanden hupen gehört. Dem Straßenverkehr in Vientiane zuzusehen ist ungefähr so spannend, wie wenn man der Farbe beim trocknen zusehen würde.
Ha Noi (so schreiben es die Vietnamesen) hat keinen Straßenverkehr sondern einen nie endenden Mahlstrom aus Mopeds, Rikschas und Autos. Und sie haben alle eine Hupe (außer den Rikschas, die haben sehr laute Glocken). Und diese schallgebenden Geräte werden andauernd und mit Inbrunst benützt, auch und besonders dann, wenn es garnicht nötig ist. Wenn ich wieder herkomme, kaufe ich mir vorher so eine preßluft-betriebene Tröte, wie sie die Fußballfans haben, damit ich auch bewaffnet bin.
Wenn man als Fußgänger durch die engen Gassen der Altstadt geht, muß man starke Nerven haben, denn die durchaus vorhandenen Gehwege dienen als Freiluft-Küche, Warenauslage, Mopedparkplatz, etc., nicht aber als Verkehrsweg für Fußgänger. Für den Ungeübten, Schüchternen oder Ängstlichen ist es praktisch unmöglich, über die Straße zu kommen, denn der Strom aus Mopeds, Rikschas und Autos reißt praktisch nie ab. Höchstens morgens zwischen 4:30h und 4:35h. Der Trick ist, man sucht sich eine Lücke im Verkehr (3 m genügen, größere Lücken gibt es kaum) und läuft einfach ruhigen und gleichmäßigen Schrittes los. Wie durch ein Wunder teilt sich der Strom und läßt einen passieren. Die Mopedfahrer schätzen die Bewegung genau ab und entscheiden, ob sie hinter einem oder vor einem vorbeifahren. Noch eine Anmerkung zum letzten Bild in dieser Reihe: Da war eine Rikscha mit einem Touristen und grade, als wir vorbeikamen sagte der Fahrer zu seinem Gast: “No, it is not the rush hour” (Nein, das ist nicht der Feierabend-Verkehr).
Mopeds machen geschätzte 80% des Verkehrs aus, der Rest sind Rikschas Autos und ein paar Busse. Gottseidank liegt unser Hotel in einer ruhigen Seitenstraße, in der nur ca. 10-20 Mopeds pro Sekunde vorbeifahren. Wir haben mal überlegt, daß vermutlich 1/3 der Bevölkerung von Ha Noi arbeitet (in Hotels, Läden und Garküchen) und die restlichen 2/3 fahren Moped. Na ja, irgendwann schläft vermutlich auch ein Drittel, aber das muß das vierte Drittel sein…
Gestern haben wir auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt (30 km) einen Mopedfahrer überholt, der hatte sage und schreibe 7 Schweine geladen. Auf dem Moped!!! Natürlich nicht solche Brummer, wie sie bei uns üblich sind, es waren eher größere Ferkel, aber immerhin… Er hatte jedes in eine Art grobmaschiges Netz gewickelt und diese Netze dann umgeschnallt. Ich muß meinen Maßstab dessen, was exotisch ist, neu justieren. Und ich werde es bis an mein Lebensende bedauern, daß ich meinen Foto noch in der Tasche hatte, denn SO ein Fotomotiv werde ich wohl nie wieder sehen.
Apropos Fotomotive, wenn man durch die Altstadt von Ha Noi schlendert braucht man Fotomotive nicht zu suchen. Man hält den Apparat in irgendeine Richtung und drückt einfach ab. Es ist mit Sicherheit was exotisches drauf. Ich kann mich garnicht entscheiden, welche von den vielen Bildern, die ich seit gestern Abend gemacht habe, hier veröffentlicht werden sollen. Eigentlich alle. Aber der Speicherplatz im Blog ist leider begrenzt :-((
Etwas ist auch ganz anders als in Laos: es gibt zwar Nudelsuppe, und sie heißt auch Föö, aber keine Nudelsuppen-Schrift. Die Vietnamesen benutzen unser Alphabet. Nur nützt es nicht viel, denn man kann trotzdem nichts lesen. Nhan Chuong Bao Chai steht auf einem Schild im Korridor vor unserem Zimmer. Ausnahmsweise steht drunter für die blöden Touristen eine Übersetzung in Englisch “Press button in case of fire” (Bei Feuer bitte Knopf drücken). Was passiert, wenn man den Knopf drückt, steht nicht dabei. Vielleicht kommt die Feuerwehr auf 50 Mopeds in den 4. Stock gefahren und bläst das Feuer mit der Hupe aus.
Nur bei einer Aufschrift gibt es keine Zweifel: ![]()
Und gelernt haben wir auch schon was: Cam Ahn heißt Danke und Cam Ahn Niao ist Vielen Dank. Das “Niao” ist also in Vietnamesisch das Lai Lai der Laoten. Und “Guten Tag” heißt Sin Tsiao. Ha Noi, So Ebbes!
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Ein Arbeitstag
30.4.2008 von Conrad.
Liebe Leserinnen und Leser. Heute ist Mittwoch, der 30. April 2008. Auf der Veranda hat es 29°C bei unbekannter, aber hoher Luftfeuchtigkeit und es ist jetzt 11:50h, bei euch in Stuttgart und Umgebung 6:50h. Die Sonne scheint, aber der Himmel ist leicht bedeckt. Es gibt keine Stechmücken, die kommen erst gegen Abend, sind aber nicht schlimm. Auch am und auf dem Mekong haben wir nur wenig von diesen Biestern gemerkt. Dafür gibt es hier viele Geckos. Das sind eidechsenähnliche kleine Tierchen, die meist kopfüber an der Decke herumlaufen und Fliegen und Motten fangen. Ab und zu machen sie ein Geräusch, das wie Ts Ts Ts Ts (Zungenschnalzen) klingt. Die größeren klingen eher wie Eck-Oh, Eck-Oh. Die Laoten glauben, dass, wenn der Gecko 9 mal Eck-Oh macht, es Glück bringt. Wir zählen also immer mit.
Die Wissenschaft hat sich schon intensiv mit den Füßen dieser Tierchen beschäftigt um herauszukiegen, wie die das machen, dass sie nicht herunterfallen. Sie haben nämlich keine Saugnäpfe an den Pfoten, sondern feine Härchen. Vielleicht laufen wir eines Tages auch an der Decke herum, wenn das Geheimnis mal mit Nanotechnologie gelöst ist.
Jetzt aber zum gestrigen Tag. Wie die Überschrift schon andeutet, war es ein Arbeitstag. Ulrich musste ins Büro und Veronique hat uns zu sämtlichen Sehenswürdigkeiten Vientianes geschleppt. Und das bei (gefühlten, ich hatte das Thermometer nicht dabei) 40°C.
Die erste Sehenswürdigkeit ist die goldene Stupa, “That Luang”. Dort soll ein Haar Buddahs aufbewahrt werden. Grade als wir ankamen, kam ein ganzer Bus dieser Gelb/Rot gekleideten Mönche. Die wollten auch die Sehenswürdigkeiten sehen und haben - ganz un-mönchisch - mit Handykameras alles fotografiert. Ich hab dafür sie fotografiert, was sie nicht gestört hat.
Von der Stupa aus ging es dann zum Bathuxay, dem Triumphbogen. Er wird nur so genannt, weil er so ähnlich aussieht, wie der Arc de Triomphe in Paris. Jedenfalls von weitem. Aus der Nähe ist es ein unglaublich scheußliches Beton-Machwerk, aber man kann hochsteigen und die Stadt von oben ansehen. Was wir dann auch gemacht haben. Dabei fiel mir der Spruch ein: “Wie se sehen, sehen se nix”. Vientiane von oben versteckt sich unter den zahlreich vorhandenen Bäumen. Nur ab und zu ragt das Dach eines Vat ein bisschen hervor.
Das Bild in der Mitte zeigt die “Lane Xang”, den “Boulevard der Elefanten”. Er geht mitten durch die Stadt, am einen Ende ist der Triumphbogen, am anderen Ende noch eine Scheußlichkeit, der Präsidentenpalast. Dessen Foto habe ich euch (und mir) erspart.
Von da aus ging es zum “Nam Phuu”, dem Springbrunnen in der Stadtmitte. “Nam” heißt Wasser und “Phuu” bedeutet wohl irgendwas in die Richtung Springen oder so. Zusammen also “Springbrunnen”. Da er der einzige der Stadt ist, braucht man auch keine genauere Bezeichnung. Er ist ein beliebter Treffpunkt.
Dann ging es zur vierten und letzten Sehenswürdigkeit, der JoMa Bakery. Jeder Farang muss mal in der JoMa Bakery gewesen sein. Dieser Schlußpunkt war gut gewählt, denn wir waren inzwischen außen reichlich feucht und innen ziemlich trocken. Also wählten wir - weise, wie sich herausstellen sollte - einen großen Cappucino. Das war der beste Kaffee, den wir seit unserer Ankunft zu schmecken bekommen hatten und wir bestellten daher gleich noch einen.
Dummerweise befindet sich auch ganz in der Nähe ein Laden, in dem es die schönsten Seidenwebereien von ganz Laos gibt. Die Damen wollten “nur mal gucken”. Ihr ahnt es schon - es war ein teures gucken….
Inzwischen war es spät geworden, wir waren hungrig und Ulrich stieß zu uns. Wiederum ganz in der Nähe befindet sich eines der besten (und teuersten) Restaurants von Vientiane, das Amphora. Also gingen wir dorthin. Erst eine Runde Aperitivs, danach Vorspeisen, dann Hauptgerichte. Eine Flasche spanischer Rotwein wurde auch geleert. Und was hat das gekostet? 630.000,- Kip! Das sind noch nicht mal 50 EUR. Sooo lässt sichs leben.
Brigitte aß - natürlich - wieder Fisch. Ich fing erst mal mit diesen unglaublich köstlichen frittierten Frühlingsrollen an, die es hier überall gibt. Danach mußte es - natürlich - wieder was exotisches sein: laotische Wurst. Sah so aus, wie gebratene Blutwurst bei uns. Schmeckte leicht scharf und sehr exotisch. Vermutlich waren da alle diese kleinen Krabbeltiere mit drin, die wir auf dem Markt (wie berichtet) gesehen hatten. Meine Verdauung macht immer noch Überstunden…
Etwas habe ich bei den Schilderungen der kulinarischen Höhepunkte bisher versäumt zu erwähnen: den Klebreis. Er ist sozusagen diiiee Sättigungsbeilage der Laoten und wird, wenn nicht zu allen, so doch zu den meisten Mahlzeiten gegessen. Er kommt in einem kleinen geflochtenen Körbchen mit Deckel auf den Tisch. Er heißt Klebreis, weil er wie Pech und Schwefel zusammenklebt. Es ist praktisch unmöglich, ihn mit der Gabel zu essen, weil man ihn damit nicht auseinander kriegt. Vermutlich mit UHU gekocht. Man öffnet das Körbchen und pflückt sich mit der Hand eine Portion ab. Seltsamerweise klebt er nur mit sich selbst zusammen, und nicht an der Hand. Wenn man Klebreis gegessen hat, hat man hinterher saubere Finger
Schmecken tut er - nach Reis.
So, das war’s für Heute. Brigitte und Véro wollen nachher mit einer Freundin noch in den Buddah-Park, ich vermute, es ist ein Euphemismus für einen Einkaufsbummel in der Stadt. Ich bleib zu hause, denn ich hab mir einen Schnupfen geholt. Ständig geht man aus der angenehmen Wärme (inzwischen sind es wieder 30°) in die eiskalte Umgebung einer Klimaanlage. Manche Läden sind so kalt, dass man meint, man ist in einer Eisfabrik. Jedenfalls tropft meine Nase und es kratzt im Hals. Ulrich hat’s auch erwischt. Véro und Brigitte sind gesund.
Morgen Mittag fliegen wir nach Hanoi. Von dort geht es weiter zur Halong Bay. Wenn ich einen Internet-Zugang finde, werde ich aus Vietnam berichten, wenn nicht, erst nach der Rückkehr am 5.5.
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Ruhetag
28.4.2008 von Conrad.
Heute haben wir einen Ruhetag. Heute Nacht gab es ein ziemlich lautstarkes Gewitter mit starkem Regen. Heute morgen waren die Temperaturen arktisch: ganze 24° !!! Die tiefste Temperatur seit Beginn der (meiner) Aufzeichnungen. Ich überlegte schon, wo ich meinen Kaschmirpullover hingetan habe.
Jetzt, am Nachmittag (15:42h) hat es sich gottseidank normalisiert, die Sonne scheint und wir haben angenehme 30°.
Sonst nichts Neues. Bis Bald. Sawadiiiii
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Essen auf dem Fluss
28.4.2008 von Conrad.
Für Sonntag hatte unsere fantastische Reiseleiterin Véronique etwas exotisches geplant: Essen auf einem Boot. Es brauchte mehrere Telefonate in Laotischer Sprache (die der Gärtner führte, der auch ein wenig Deutsch kann, weil er zu DDR-Zeiten mal in Halle war), bis die Reservierung in allen Einzelheiten festgelegt war. Und dann fuhren wir los, so ca. eine Stunde über die Dörfer zu einem Nebenfluss des Mekong. Genaueres weiß ich nicht, aber ich vermute dass es der Nam Lik in der Nähe von Ban Tha Ngon ist. Zu unserer Gesellschaft gehörten noch zwei Ehepaare aus der Bekanntschaft von Véro und Ulrich, ein Paar aus Frankreich, das zweite gemischt: sie Deutsche, er Italiener.
Dieses Essen auf dem Boot ist eine richtige Attraktion. Am Ufer ist ein großes Restaurant, das auf Bambusflößen schwimmt. Dort wird das Essen zubereitet und dann aufs Boot gebracht, das dann ablegt und flußaufwärts tuckert. Nach etwa einer Stunde wird der Motor abgestellt, und man kann sich unterhalten, ohne zu schreien. Dann treibt man ca. 1,5h wieder zurück zum Restaurant.
Auf der Rückfahrt nach Vientiane hielten wir noch an einem Markt, und da wurde es richtig exotisch. Lauter unbekannte Sachen, teils grün (das geht ja noch), teils tierisch. Wenn das Zeug im Essen ist, und man es nicht so detailliert sieht, dann geht es ja noch. Wenn es aber noch zappelt und kriecht, dann sollte man die Phantasie lieber abschalten.
Danach fuhren wir noch zu einem Vat am Mekongufer. Direkt gegenüber auf der thailändischen Seite wurde für den Thailändischen König ein Meditationshaus gebaut, damit der an diesem Vat meditieren kann (übers Wasser, sozusagen) ohne nach Laos kommen zu müssen. Wir haben es nicht genau rausgekriegt, offenbar ist es ein besonders heiliger Ort.
Sodann kehrten wir an den heimischen Herd zurück, aßen noch eine total unexotische Scheibe Schwarzbrot mit Leberwurst vom deutschen Bäcker in Nong Khai und fielen todmüde ins Bett.
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Ausflug nach Thailand
28.4.2008 von Conrad.
Erstmal ein herzliches Dankeschön an die Kommentarschreiber, besonders Gerlinde! Es ist für uns schön zu wissen, dass “da draußen” auch jemand liest, was wir schreiben.
So, jetzt zu den Begebenheiten der letzten Tage, wir hatten nämlich keine Zeit zum Schreiben, weil dauernd was los war.
Das Konzert vor-vorgestern abend war nicht exotisch, ein junger französischer Pianist spielte Debussy und - ausgerechnet - Bach. Er war sehr gut. Das Publikum war überwiegend europäisch, auch der deutsche Botschafter war da, hat uns aber nicht begrüßt
Ach so, da war ja auch noch die Hand- und Fußpflege: hat 15 USD (=150,000 KIP) gekostet, dauerte eine Stunde und ich schreibe jetzt diesen Bericht mit den gepflegtesten Füßen, die ich je hatte. Also, schreiben tu ich ja mit den Händen, die auch seeehr gepflegt sind, aber die Füße solltet ihr erstmal sehen…
Vorgestern sollte es ja kein Wasser und kein Benzin geben, also beschlossen wir, zum Tanken und Sch…en nach Thailand zu fahren. Es gibt einige Kilometer unterhalb Vientiane eine Brücke über den Mekong (die einzige auf hunderte von Kilometern in beiden Richtungen). Auf dem Weg zur Brücke kamen wir an einer Tankstelle vorbei, die geöffnet hatte. Also war das mit dem Streik der Tankstellen mal wieder “laotisch”. Wir fuhren trotzdem rüber, brachten die komplizierten und zeitraubenden Aus- und Einreiseformalitäten hinter uns und kehrten zuerst mal in Nong Khai, dem Städtchen an der Brücke, beim deutschen Bäcker ein um zu frühstücken. Der kommt aus der Nähe von Frankfurt und backt gute Brötchen und Schwarzbrot.
Danach fuhren wir nach Ban Chiang. In diesem Ort hat ein amerikanischer Anthropologe in den 60ern zufällig ein Gräberfeld aus der Bronzezeit (5000-3000 v.Ch.) entdeckt. Das war eine wissenschaftliche Sensation, denn man dachte damals, dass in Südostasien diese Kenntnisse erst viel, viel später auftauchten. Der Ort gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir besuchten das sehr gut geführte Museum, aber es gab nichts zu fotografieren, außer der ziemlich exotischen Elektroversorgung der Stadt und den Touristenläden an der Straße vor dem Museum.
Von Ban Chiang aus fuhren wir nach Udon Thani, der Bezirkshauptstadt mit großen Einkaufszentren wo es allen möglichen Mist gibt, genau wie bei uns, nur vieeel billiger. Dort kaufte ich - endlich - einen Thermometer, damit ich weiß, wann ich schwitzen oder frieren muss. In dem Einkaufszentrum fand ich es etwas frisch und das Ding zeigte 25° an. Als wir wieder draussen waren, ging es dann auch gleich auf 32° hoch, aber es war ja auch schon 18h und die Abendkühle hatte eingesetzt.
Unsere Eindrücke von Thailand gegenüber Laos sind die: Thailand ist (mal abgesehen von der Elektroverkabelung) schon fast Europa, während Laos tiefstes Asien ist.
In Thailand gibt es - selbst auf dem Land - breite, gut beschilderte und ausgebaute Straßen, alles ist geregelt und durchorganisiert, überall herrscht geschäftiges Treiben, jedes Fleckchen Boden wird genutzt. Für Wildnis oder Gruscht ist kein Platz.
So gegen 20h waren wir wieder an der Brücke und mussten ein neues Visum für Laos beantragen. Es füllt jedesmal eine ganze Seite im Pass aus, oft können wir das nicht mehr machen, denn dann ist der Pass voll. Außerdem kostet es jedesmal 30$ pro Person und diesesmal sogar noch 1$ mehr, weil es schon nach 20h war. Da wir keinen einzelnen Dollar hatten, gaben wir 5$ hin und bekamen nichts zurück! Brigitte ärgert sich heute noch…
Wir gingen dann noch Essen im Restaurant Europe, wo es z.B. Schweizer Käsefondue und Pfeffersteak Café de Paris gibt. Natürlich musste ich mal wieder was exotisches essen, Krokodilsteak (aus Thailand). Es schmeckte garnicht exotisch sondern einfach nur fad…
Brigitte aß Straußensteak (wir fragten nicht, woher) und das war gut, aber etwas zäh. Danach waren wir ziemlich KO und gingen früh zu Bett, nachdem wir festgestellt hatten, daß das Wasser keine Sekunde lang abgestellt gewesen war. Typisch Laos…
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Auf dem Morgenmarkt
25.4.2008 von Conrad.
Vor dem “Marktbericht” schnell noch der Essensbericht von gestern abend. Also, ich hab mal wieder was ganz normales gegessen, nämlich Nudeln. Natürlich mit viel Knoblauch und Chili in der Sosse. Brigitte hat Hühnerflügel gegessen, die waren so-so-la-la. Für alle zusammen gab es Tom Yum. Das ist eine Suppe, in der alles Mögliche herumschwimmt. Ingwer, Zitronengras, Shrimps, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten und einige Sachen, von denen man vielleicht besser nicht weiß, was es ist. Ulrich bestellte “fried underground singers”. Alle, die einen schwachen Magen haben, sollten den nächsten Satz besser überspringen.
Es handelt sich hierbei um Grashüpfer, die komplett mit allen Beinen und Flügeln frittiert werden und mit ein par Kräutern und Zitrone serviert werden. Ich hab eine gegessen, schmeckt eigentlich nur nach Zitrone, garnicht exotisch. Aber es hat schon viel Überwindung gekostet, davon zu kosten. Brigitte hat einen 3-Meter Satz rückwärts gemacht (aus dem Sitz!) als ich ihr eine anbot
Heute morgen waren wir dann, wie abgemacht, auf dem Morgenmarkt. Warum er so heißt, weiß ich nicht, denn er ist auch nachmittags geöffnet. Riesengroß und total unübersichtlich in einer großen Halle. Man kann dort von der Papaya bis zur Waschmaschine alles kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Auch Rado-Uhren (vermutlich gefälschte).
Da ich nur als Träger dabei war, wurde es mir langweilig, als Brigitte und Véro stundenlang Stoffe für Hosen und Blusen begutachteten. Da schweifte mein Auge über die ausgestellten Waren und ich sah einen wunderschön gewebten Schal (oder wozu das Stück Stoff sonst gemeint war). Und noch einen. Und noch einen. Zum Schluss hatte ich fast mehr an meinen Einkäufen zu tragen, als an denen der Damen. NIE WIEDER gehe ich mit auf einen Markt und sei er noch so exotisch!
Ich hab dann draußen gewartet, wo Gewürze, Kräuter und Früchte verkauft wurden, hab eine geraucht und festgestellt, dass ich 90% von den Sachen, die ich da sah, nicht kenne…
Wir haben dann einige davon gegessen. Seeehr exotisch! Und die schmecken!!! Zum Mittagessen hatte die Mae Ban (=Hausmädchen) Föö gekocht. Hat auch gut geschmeckt.
Leider haben wir auch gehört, dass heute abend für 3 Tage in ganz Vientiane das Wasser abgestellt wird. Wegen Wartungsarbeiten. Wir werden am Sonntag seeehr exotisch riechen. Und Benzin gibt es auch keines bis Sonntag, weil die Tankstellen streiken.
Heute nachmittag gehen wir zur Hand- und Fußpflege. Ja, ich auch. Und heute abend gehen wir in ein Konzert. Hoffentlich wird es nicht ZU exotisch.
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Song Noi
24.4.2008 von Conrad.
Gestern abend sind Véronique und Brigitte zum Markt gegangen, um etwas Gemüse und Obst zu kaufen. Sie kamen nach 3 Stunden wieder, weil sie sich gleich noch eine Ganzkörper-Ölmassage gönnten. Hat pro Person 75.000,- Kip gekostet. Hm, das sind doch tatsächlich 5,50 EUR.
Danach sind wir in ein Lokal am Mekong Essen gegangen. Es war sehr exotisch. Einmal, weil es kurz nach dem wir losfuhren fürchterlich zu regnen anfing. Zweitens, weil wir in diesem Regen bei Dunkelheit das nette Lokal nicht mehr fanden, in dem wir schon mal waren. Wir gerieten in ein größeres Lokal mit einer laotischen Live-Band. Die sangen eine laotische Schnulze nach der anderen und das sehr laut. Aber das Essen war gut. Sylvia braucht sich nicht zu fürchten, dass Brigitte abnimmt, sie (und ich auch) hat sogar zugenommen.
Ich aß einen Papayasalat. Dieser Salat besteht aus ein paar Streifen grüner Papaya, einigen laotischen Kräutern und der Hauptbestandteil ist Chili. SOOO scharf habe ich noch nicht gegessen!
Heute waren wir in Vientiane einkaufen. Dabei habe ich was seeehr schönes gesehen: einen Lastwagen voll Knoblauch!!! Ich habe mir auch einen Hut kaufen lassen. Veronique kann sehr gut handeln und wenn sie einkauft, wird alles gleich viel billiger. Den Hut brauche ich, damit man mich nicht gleich als Farang (=Ausländer) erkennt
Nachmittags haben wir ein Museum der Laotischen Webkunst besucht. Die Laotinnen sind wirkliche Künstlerinnen auf diesem Gebiet, ich habe noch selten so geschmackvolle und komplizierte Webmuster gesehen. Morgen wollen Véronique und Brigitte auf den Morgenmarkt gehen, wo es solche Stoffe zu kaufen gibt. Ich muss als Träger mitgehen….
Ach so: vielleicht wollt ihr noch wissen, was die Überschrift bedeutet? Song ist eine Hose und Noi heißt “klein”.
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Ein Ratschlag
23.4.2008 von Conrad.
Inzwischen habe ich viele Bilder eingefügt, auch bei den alten Beiträgen. Es lohnt sich also, nochmal ganz weit zurückzublättern. Wenn man auf die Bilder klickt, sieht man sie größer.
Hier ein Beispiel. Die laotische Schrift sieht, wie der Autor eines Artikels über Laos meinte, eigentlich wie die berühmte Nudelsuppe Föö aus. Entscheidet selbst, hier ist ein Beispiel. Wenn ihr draufklickt, wird es größer:
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Luangprabang Teil II
23.4.2008 von Conrad.
Wie wir auf diversen Schildern etc. sehen konnten, gibt es keine einheitliche Schreibweise für den Namen der Stadt. Wir sahen Luang Pra Bang, Luang Prabang und Luangprabang.
Nachdem wir eine erholsame Nacht in unserem schönen Hotel verbracht hatten und gut und überhaupt nicht exotisch gefrühstückt hatten, machten wir einen “Pflichtbesuch” im ältesten der zahlreichen Tempel der Stadt aus dem 16. Jahrhundert.
Die Stadt war früher die Hauptstadt des Königreichs und hat natürlich viele “Vat”, wie die Tempel auf Lao heißen. So viele, dass man eigentlich von KiloVat sprechen kann. Einen Königspalast gibt es auch, aber davon später. Erst gingen wir nämlich ans Mekong-Ufer, wo es viele kleine Lokale gibt und aßen eine “Föö”. Föö ist ein laotisches Nationalgericht, eine Nudelsuppe. Man bekommt sie mit Rind, Huhn, Schwein oder vegetarisch und die Laoten essen sie sogar zum Frühstück. Man kann in irgendein Restaurant in Laos gehen, sich hinsetzen und zur Bedienung “Föö” sagen und man wird eine der Varianten bekommen, denn es gibt kein Restaurant, wo es keine Föö gibt. Es sind viele Kräuter drin, unter anderem Zitronenmelisse. Chili natürlich auch und sie schmeckt - man ahnt es schon - ziemlich exotisch.
Danach machten wir einen Ausflug auf einem Mekong-Boot. Solche Boote habt ihr - und ich auch - noch nie gesehen. Sie sind sehr schmal, dafür aber sehr lang und Bug und Heck ragen nach oben, das Boot sieht von der Seite wie ein Melonenschnitz aus. Unseres war so schmal, dass grade zwei Personen nebeneinander sitzen können und dazwischen noch ein Durchgang von vielleicht 40 cm bleibt. Dafür hatte es aber mindestens 8 solcher Sitzreihen. Davor sitzt noch der Bootsführer und dahinter ein Klo und dann der Motor und dahinter noch Stauraum.
Wir fuhren 2 Stunden stromaufwärts, machten Zwischenhalt in einem “Eingeborenendorf” in dem alles auf den Verkauf von schönen Sachen für Touristen ausgerichtet ist und kamen dann, was glaubt man, an einen “Vat”. Allerdings einen besonderen, denn er ist in einer Höhle in der steil aus dem Mekong aufragenden Felswand. Wir und 100 andere Touristen, die in 5 anderen Booten angereist waren. Danach schipperten wir wieder 1 Stunde abwärts bis wir wieder in Luang Pra Bang angekommen waren. Es war eine ausnehmend schöne Fahrt und, mit ca. 35° auch garnicht mal soo warm, denn der Himmel war sehr dunstig. Überhaupt hatten wir seit der Ankunft immer einen verschleierten Himmel und in der Nacht sogar ein Gewitter.
So, einen Moment bitte, ich bin vom Schreiben so feucht am ganzen Körper, dass ich erstmal eine Dusche nehmen muss…
An unserem zweiten Tag in Luangprabang besichtigten wir den Königspalast. Viiieel, viel Gold und Edelsteine und andere kostbare Dinge. Man muss die Schuhe ausziehen, wenn man rein will, genauso wie bei den Vats. Gegen später stiegen wir dann rund 330 Stufen zu dem Vat auf dem Hügel mitten in der Stadt. Oben angekommen, war ich so naß, dass ich keine Dusche mehr brauchte. Dort saßen bereits 200 andere Touristen, denn von hier aus hat man einen schönen Blick über die Stadt und den Mekong auf den Sonnenuntergang. Wenn es nicht zu dunstig ist. Aber es war dunstig. Die Touris haben trotzdem fotografiert, wir nicht, jedenfalls nicht den Sonnenuntergang.
Abends waren wir in einem tollen Restaurant, das von einem Schweizer geleitet wird, dem Blue Lagoon. Der Koch, der an unseren Tisch kam ist Laote, spricht aber fast fließend Deutsch mit schweizer Akzent. Ulrich aß etwas ganz exotisches: Züricher Sahnegeschnetzeltes mit Spätzli. Ich aß etwas ganz normales: gebratene Nudeln mit Kräutern, viel Chili und Hühnerfleisch.
Gestern früh machten wir uns wieder auf die kurvenreiche Straße nach Vang Vieng auf. Kaum zu glauben: auf dieser Straße gibt es immer wieder Schilder, die vor Kurven warnen! Nach welchem System die aufgestellt wurden, haben wir nicht rausbekommen. Nach einer weiteren Nacht im Hippie-verseuchten Vang Vieng kamen wir heute nachmittag zu Hause an, ich hab diesen Bericht geschrieben und jetzt genieße ich den laoen Abend auf der Veranda. Brigitte hat übrigens ein neues Wort geprägt. Wir sagen nicht mehr “lauwarm”, wir sagen nur noch “laowarm”…
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Luang Prabang
21.4.2008 von Conrad.
Heute fuhren wir die 230 km von Vang Vieng nach Luang Prabang. Das hört sich nicht nach viel an, 230 km. Allerdings sollte man die Strecke kennen um das beurteilen zu können. Ulrich und ich kamen überein, dass die Straßenbauer sich gesagt haben: “Also, wir wollen eine Straße durchs Gebirge bauen. Fangen wir einfach mal an, mal sehen, wo sie hinführen wird”. Und irgendwann haben sie mit Erstaunen festgestellt, daß sie in Luang Prabang angekommen waren. Jemand schrieb über diese Straße, dass sie wohl die kurvenreichste der Welt sein müßte, da es wohl kaum möglich wäre, mehr Kurven auf einer gegebenen Strecke unterzubringen. Und wir haben festgestellt: Der hat recht!!!
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Jedenfalls fuhren wir um 10h los und waren abends um 17h in Luang Prabang, ohne mehr als 4 Zigarettenpausen à 10 min. gemacht zu haben. Dazu muss noch gesagt werden, dass diese Straße, abgesehen von 2 sehr kurzen Baustellen, in ausgezeichnetem Zustand und breit genug für zwei Lastwagen ist.
An diesem Abend unternahmen wir nicht mehr viel. Das Hotel Apsara, in dem wir gebucht hatten (Danke an Véroniqe, die alles sehr schön vorbereitet hat), ist eines der ersten Häuser am Platze und wir haben ein sehr schönes Zimmer mit einem riesigen Bett und alten Möbeln die so schwer sind, dass man meint, der Stuhl ist am Boden festgeschraubt, wenn man ihn vorziehen möchte. Andererseits ist das Hotel so modern, dass es einen WiFi Internet-Zugang hat (Internet über Funk), dabei hat es vor 3 Jahrhunderten mal als Reis-Lager angefangen!
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Luang Prabang ist auch voller Touristen, aber gottseidank nicht von dieser Hippie-Sorte wie die in Vang Vieng. Wir machten einen Spaziergang die belebte Hauptstrasse entlang zum Nachtmarkt, der nur abends geöffnet ist. Dort werden sehr geschmackvolle Textilien in schönen Farben (keine Batik, sondern Webarbeiten) angeboten, was die Damen sofort in einen Kaufrausch versetzte
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In einem Lokal am Mekong kehrten wir ein. Wie schon vorher, bestellte ich “Larb”. Das ist ein Gericht, in dem kleingeschnittenes, gebratenes Fleisch (Huhn, Ente, Rind oder Schwein) mit Kräutern und viieel Chili vermischt wird. Schmeckt SEHR exotisch und ich mag es sehr.
Gelernt haben wir auch was: Danke auf Laotisch heißt Khoptschai. Vielen Dank ist Khoptschai Lai Lai. Und “Guten Tag” heißt Sawadiiiiii.
Ach, übrigens: die Temperaturen (scheinbar hat in Laos kein Mensch ein Thermometer) liegen irgendwo jenseits der 30° Marke (auch nachts!) und die gefühlte Luftfeuchtigkeit liegt bei 500%! Gewittert hat es auch schon. Natürlich mitten in der Nacht….
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Vang Vieng
21.4.2008 von Conrad.
Nach einer gemütlichen Fahrt von 160 km erreichten wir das Provinzstädtchen Vang Vieng.
Die “Stadt” an sich bietet nichts besonderes, außer für die Hippies, die hier in reichlichem Maße
vertreten sind, weil es (wie im Führer steht) in manchen der überreichlich vorhandenen Lokale
“spezielle” Gerichte gibt, die mit Marihuana angereichert sind.
Schön an Vang Vieng ist die Umgebung, ein Tal im Karstgebirge. Die umgebenden Hügel haben zum Teil abenteuerliche Formen und sind mit dichtem Urwald bewachsen.
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Auf einer “Organic Farm” kehrten wir ein und tranken Maulbeersaft. Schmeckt irgendwo zwischen Heidelbeeren und Himbeeren, jedenfalls exotisch. Die frittierten Maulbeerblätter schmeckten eigentlich nach garnix, aber waren ebenfalls exotisch.
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Angekommen
17.4.2008 von Conrad.
Der Flug von Dubai nach Vientiane war ganz schön stressig. Nicht etwa, weil wir wieder in die Holzklasse versetzt werden sollten, nein, wir mussten um 5 Uhr aufstehen und ohne Frühstück zum Flughafen fahren, weil der Portier meinte, der Verkehr wäre so dicht, dass wir sonst vielleicht nicht rechtzeitig dort wären. Das Ergebnis: wir waren um 6 Uhr mit dem Einchecken fertig und hatten dann 3 Stunden Zeit, uns über den verlorenen Schlaf zu ärgern.
Der Flug nach Bangkok verlief ereignislos, wir hatten tolle Schlafsessel und einen erstklassigen Service. Um 18 Uhr (Bangkok ist 3 Stunden hinter Dubai, dort wäre es erst 15 Uhr gewesen) waren wir in Bangkok und hatten alle Hände voll zu tun, die Einreiseformalitäten zu erledigen, das Gepäck zu holen und dann die Ausreiseformlitäten hinter uns zu bringen und wieder einzuchecken, denn der Flug nach Vientiane ging nicht mit Emirates sondern mit Thai Airlines.
Nun ja, auch die längste Reise geht mal zu Ende. Véronique und Ulrich empfingen uns in der Backofen-Hitze der laotischen Nacht und wir ließen den Tag auf der Veranda ihres Hauses bei BeerLao ausklingen. Fotos hab ich keine mehr gemacht, das kommt noch.
Heute haben wir uns Visa für Vietnam geholt, weil wir vom 1. bis 5. Mai einen Trip nach Hanoi und die Halong-Bucht machen wollen. Morgen sind wir dann auch schon wieder unterwegs, wir fahren mit dem Auto nach Vang Vieng, übernachten dort und übermorgen geht es weiter nach Luang Prabang. Wenn wir zurück kommen könnt ihr hier lesen, wie es war. Der erste Eindruck von Vientiane ist jedenfalls sehr positiv, es ist alles sehr sauber, ordentlich und seeehr tropisch, nur der Verkehr mit den vielen Tuk-Tuk und Mopeds ist ein bisschen laotisch-chaotisch.
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Dubaidubaiduuu
15.4.2008 von Conrad.
Nachdem wir uns vom Flug erholt und das Frühstück hinter uns gebracht hatten, ham wir uns ins Jewühl jestürzt und eine Stadtrundfahrt gemacht. Dubai ist wärmlich (so um die 30°) und windig (kann jemand mal den Föhn abstellen?) und ansonsten nicht so furchtbar ansehnlich. Es gibt ein paar “Inseln” mit Hochhäusern im grauen Einerlei der Appartmentblocks. Dazwischen breite Durchgangsstraßen, die trotz 3-4 Spuren in jeder Richtung oft verstopft sind.
Laut Stadtrundfahrtführer ist Dubai die Stadt der Superlative. Das einzige 6-Sterne-Hotel, den Burj Al Arab haben sie ja schon, und die einzige Skipiste in Arabien ja auch, aber im Bau ist der Burj Al Dubai (Dubaiturm) der mit 800m das höchste Haus der Welt werden soll. Er hat jetzt so um die 600m und oben sind zwei Kräne drauf. Da möchte ich nicht Kranführer sein…
Weiterhin wollen sie das größte Hotel der Welt bauen, das Asia-Asia mit 1000 Zimmern, die größte Mall (=Einkaufzentrum) der Welt und den größten Flughafen der Welt.
Noch ne Zahl: pro Tag werden in den Meerwasser-Entsalzungsanlagen 800 Millionen Gallonen ( 1 Gallone ist ca. 4,5 Liter) Seewasser zu Trinkwasser gefiltert.
Heute haben wir noch auf dem Dubai-Creek (ist so ne Art Fjord mitten durch die Stadt) eine Fahrt mit der Dhau gemacht, weil die im Preis der Stadtrundfahrt drin war und jetzt haben wir eigentlich genug von Dubai und freuen uns auf Vientiane!
Übrigens: was ist ETISALAT??? Nein, nix zum Essen, das steht meistens auf dem Handy, denn es ist einer der großen Mobilfunk-Anbieter. Es sei denn, das Handy duzt einen plötzlich, denn der andere Anbieter heißt schlicht und einfach: DU.
Nachtrag:
Was mich in Dubai am meisten beeindruckt hat waren nicht die oben erwähnten Superlative, sondern die klimatisierten Bus-Wartehäuschen. Die gibts aber nur in den “besseren” Wohngebieten.
Hier noch ein Bild von Brigitte, die - um nicht allzusehr aufzufallen - in landesübliche Tracht geschlüpft ist und grade eine SMS nach Hause schreibt: ![]()
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Emirates
14.4.2008 von Conrad.
Der Flug mit Emirates nach Dubai war pünktlich und recht komfortabel. Wie ein paar von euch gemerkt haben, sogar kommunikativ, denn man konnte vom Platz aus sogar SMS und E-Mails schreiben. Allerdings bot er auch Überraschungen: Die Business-Class war überbucht und man fragte uns, ob wir vielleicht auch mit der Economy zufrieden wären. Natürlich gegen Erstattung des Mehrpreises UND: 400 USD Schmerzensgeld. Pro Person! Da sie uns einen Platz am Notausgang gaben, haben wir das auch gemacht. Jetzt gehen wir in die Stadt und geben unsere 800$ aus…
Nachtrag:
Gestern wollten wir uns unsere 800$ beim Stadtbüro von Emirates abholen, aber entgegen den Versprechungen in Frankfurt wollten die uns kein Geld geben sondern den Betrag nur gegen ein Emirates-Flugticket verrechnen. Na, die können was erleben in Frankfurt wenn wir heimkommen!
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Kontakt-Info
12.4.2008 von Conrad.
Falls ihr uns besuchen, oder einen Brief schreiben wollt, Ulrich hat mir die Adresse seines Hauses in Vientiane gegeben:
Morgen geht es los. Brigitte sagt, ich habe Reisefieber. Stimmt aber garnicht. Ich bin nur ziemlich nervös….
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Aller Anfang…
8.4.2008 von Conrad.
Liebe Verwandte und Freunde,
in 5 Tagen geht es los mit unserer Laos-Reise. Irgendwie kam ich auf die Idee, euch alle über ein Blog zu informieren, was wir so erleben werden. Da ich bei dieser Art der Kommunikation noch ganz neu bin, weiß ich noch nicht, wie mir das gelingt - seid also bitte nicht zu kritisch. Schaut einfach hin und wieder mal hier rein, vielleicht gibt’s ja Neuigkeiten…
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